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Senkwehen beim Hund erkennen — wie du Anzeichen zuverlässig deutest

Lukas Fuchs vor 6 Monaten Hunde 3 Min. Lesezeit

Senkwehen sind ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Geburt deiner Hündin näher rückt. In diesem kurzen Überblick erfährst du, wie du typische Zeichen sicher erkennst, worauf du achten musst und wann ein Tierarzt eingeschaltet werden sollte.

Was sind Senkwehen und warum treten sie auf?

Senkwehen sind sanfte, oft unregelmäßige Kontraktionen der Gebärmutter und die damit verbundene Absenkung des schwangeren Bauchs. Bei Hündinnen schieben sich die Welpen dabei tiefer in das Becken, die Bauchform verändert sich und die werdende Mutter wirkt „tiefer gelegt“. Diese Phase ist Teil der Vorbereitungsphase vor der eigentlichen Geburt (auch Eröffnungsphase genannt) und kann von wenigen Tagen bis zu einigen Stunden vor den eigentlichen Presswehen dauern.

Typische Anzeichen — so erkennst du, dass Senkwehen beginnen

  • Abgesunkener Bauch: Die Flanken wirken eingefallen, die Beckenknochen treten stärker hervor, von oben sieht die Hündin „schlanker“ aus.
  • Verändertes Verhalten: Die Hündin wird oft ruhiger, anhänglicher oder sucht gezielt Nähe zu ihrem Menschen. Manche werden schmusig, andere ziehen sich zurück.
  • Nesting/Nestbau: Scharren, Decken ordnen oder vermehrtes Aufsuchen des Wurfplatzes sind häufig.
  • Appetitlosigkeit: Viele Hündinnen fressen weniger oder verweigern das Futter kurz vor der Geburt.
  • Vermehrtes Hecheln und Atmen: Leichtes Hecheln, flacheres Atmen oder gelegentliches Stöhnen können auftreten.
  • Leichter Ausfluss: Klarer bis leicht schleimiger Ausfluss ist möglich; übelriechender, grüner oder blutiger Ausfluss ist jedoch alarmierend.
  • Häufigeres Urinieren und Unruhe: Die Hündin kann öfter die Liegestelle wechseln oder unsicher wirken.

Wie lange vorher können Senkwehen auftreten?

Die Zeitspanne ist variabel: Manche Hündinnen zeigen Senkwehen bereits 7–14 Tage vor der Geburt, bei anderen beginnt die Phase nur ein bis zwei Tage davor. Üblich sind aber meist ein bis drei Tage vor dem erwarteten Geburtstermin.

Abgrenzung: Senkwehen vs. aktive Presswehen

Wichtig ist, Senkwehen von den starken Presswehen zu unterscheiden:

  • Senkwehen: Leichte, manchmal kaum sichtbare Kontraktionen, langsames Absenken des Bauches, Verhaltensänderungen, keine sichtbaren kräftigen Bauchpressbewegungen.
  • Presswehen (aktive Geburt): Deutliche, regelmäßige Bauchpressen, die Hündin zeigt deutliches Drängen, es folgt meist innerhalb kurzer Zeit ein Welpe; oft grüner Ausfluss kurz vor dem ersten Welpen.

Was solltest du jetzt vorbereiten?

Wenn du Anzeichen für Senkwehen bemerkst, ist es sinnvoll, alles für die Geburt vorzubereiten, damit du bei Bedarf schnell handeln kannst:

  • Wurfbox sauber und an einem ruhigen, warmen Ort aufstellen (rutschfester Untergrund, abwaschbare Decken).
  • Wärmequelle (z. B. Heizkissen oder Rotlichtlampe) bereitlegen, aber so, dass die Hündin die Wärme freiwillig nutzen kann.
  • Geburtsset zusammenstellen: saubere Handtücher, steriles Band oder Faden zum Abbinden der Nabelschnur, eine Schere, Einmalhandschuhe, evtl. eine Gummibirne zum Absaugen von Schleim.
  • Thermometer bereitlegen: Die Körpertemperatur 2× täglich in den letzten Tagen messen – ein Abfall um 0,5–1°C kann ein Hinweis auf bevorstehende Geburt sein.
  • Kontaktdaten von Tierarzt und nächster Tierklinik gut sichtbar notieren.

Wann ist ein Tierarzt nötig?

Die meisten Geburten verlaufen ohne Komplikationen, aber bei auffälligen Symptomen solltest du sofort handeln. Kontaktiere den Tierarzt, wenn eines der folgenden Probleme auftritt:

  • Starker, übelriechender oder blutiger Ausfluss.
  • Starke Schwäche, hohes Fieber oder Bewusstseinsstörungen.
  • Mehr als 2 Stunden ununterbrochene starke Presswehen ohne Geburt eines Welpen.
  • Zwischen zwei Welpen liegen mehr als 2–4 Stunden ohne Aktivität.
  • Wenn die Hündin offensichtlich Schmerzen hat oder ein Welpe sichtbar feststeckt.

Wie verhalte ich mich während der Senkwehen?

  • Beobachte die Hündin aufmerksam, aber zwinge keine Körpernähe. Viele Hündinnen bevorzugen Ruhe und etwas Abstand.
  • Vermeide unnötigen Stress: Keine Besucher, keine lauten Geräusche, gedämpftes Licht.
  • Dokumentiere Zeitpunkt der ersten Anzeichen und später Beginn der Presswehen – das hilft dem Tierarzt bei Rückfragen.
  • Greife nur ein, wenn es offensichtlich nötig ist (z. B. bei erstickendem Welpen oder einer Membran, die nicht innerhalb von 10–15 Minuten aufreißt).

Weiterführende Quellen und Hilfe

Verlässliche Informationen findest du bei Tierkliniken und Tierärzteverbänden. Praktische Hinweise und Checklisten bieten Seiten wie AniCura und Purina, die du als Ergänzung heranziehen kannst:

Kurzcheck: Anzeichen, Vorbereitung, und Alarmzeichen

  • Anzeichen: abgesunkener Bauch, Nestbau, Appetitverlust, Hecheln, leichter Ausfluss.
  • Vorbereitung: Wurfplatz sauber, Wärmequelle, Geburtsset, Tierarztkontakte, Temperaturkontrolle.
  • Alarmzeichen: übelriechender Ausfluss, langes Ausbleiben von Welpen bei starken Presswehen, starker Blutverlust, Fieber.

Mit Ruhe, guter Vorbereitung und genauer Beobachtung lassen sich Senkwehen meist sicher erkennen und die Geburt erfolgreich begleiten. Bei Unsicherheit ist es immer besser, den Rat eines Tierarztes einzuholen — so schützt du die Hündin und die Welpen bestmöglich.

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