Hund Schutzdienst: Alles, was Sie über Ausbildung, Ausrüstung und ethische Aspekte wissen müssen
Der Schutzdienst ist ein faszinierender und anspruchsvoller Bereich des Hundesports. Doch was steckt wirklich dahinter? Ist es reine Aggression oder präzise trainierte Kontrolle? Dieser Artikel beleuchtet alle Facetten des Schutzdienstes, von der Ausbildung bis zur Ausrüstung, und diskutiert ethische Fragen, die sich im Zusammenhang mit dieser Disziplin stellen.
Hund Schutzdienst: Mehr als nur Beißen
Der Schutzdienst, oft auch Schutzhundesport genannt, ist ein vielseitiger Bereich der Hundeausbildung, der weit mehr umfasst als nur das Beißen in einen Schutzarm. Er ist ein anspruchsvoller Sport, der sowohl den Hund als auch den Hundeführer fordert und eine enge Zusammenarbeit erfordert. Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über den Schutzdienst, seine Bestandteile, die benötigte Ausrüstung und die ethischen Überlegungen, die damit einhergehen.
Was ist Schutzdienst?
Der Schutzdienst ist ein Teilbereich der Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde (VPG), die auch als Internationale Gebrauchshundeprüfung (IGP) bekannt ist. Er beinhaltet:
- Fährtenarbeit: Der Hund sucht und verfolgt eine zuvor gelegte Fährte.
- Unterordnung: Der Hund führt verschiedene Gehorsamsübungen aus, wie z.B. Fußgehen, Apportieren und Voraussenden.
- Schutzdienst: Der Hund stellt einen Scheintäter und verteidigt seinen Hundeführer.
Im Schutzdienst geht es darum, den Hund zu trainieren, in bestimmten Situationen auf Kommando zu handeln und seinen Hundeführer zu verteidigen. Dabei ist es wichtig zu betonen, dass es nicht darum geht, dem Hund Aggression anzutrainieren. Vielmehr soll der Hund lernen, seine natürlichen Instinkte zu kontrollieren und gezielt einzusetzen.
Die Bestandteile des Schutzdienstes
Der Schutzdienst besteht aus verschiedenen Übungen, die den Hund auf unterschiedliche Szenarien vorbereiten. Dazu gehören:
- Stellen und Verhindern der Flucht: Der Hund soll den Scheintäter stellen und am Flüchten hindern.
- Verbellen: Der Hund soll den Scheintäter anbellen und so dem Hundeführer signalisieren, dass eine Gefahr besteht.
- Verteidigungsarbeit: Der Hund verteidigt seinen Hundeführer gegen Angriffe des Scheintäters.
- Revieren: Der Hund sucht ein bestimmtes Gebiet nach dem Scheintäter ab.
- Angriff aus dem Versteck: Der Hund greift den Scheintäter aus einem Versteck heraus an.
- Überfallen stellen und bewachen: Der Hund soll einen Überfall verhindern, den Täter stellen und bewachen, bis der Hundeführer eintrifft.
Welche Hunde eignen sich für den Schutzdienst?
Nicht jeder Hund ist für den Schutzdienst geeignet. Geeignete Rassen sind in der Regel:
- Deutscher Schäferhund
- Malinois
- Rottweiler
- Dobermann
- Boxer
Wichtiger als die Rasse ist jedoch der Charakter des Hundes. Er sollte:
- Selbstsicher sein
- Einen ausgeprägten Beutetrieb haben
- Gehorsam sein
- Über eine hohe Reizschwelle verfügen
Ein ängstlicher oder aggressiver Hund ist für den Schutzdienst nicht geeignet.
Die richtige Ausrüstung für den Schutzdienst
Für den Schutzdienst wird spezielle Ausrüstung benötigt, um sowohl den Hund als auch den Scheintäter zu schützen. Dazu gehören:
- Schutzarm: Ein gepolsterter Arm, der den Scheintäter vor Verletzungen schützt.
- Beißkissen: Ein Kissen, in das der Hund beißen kann.
- Hetzpeitsche: Eine Peitsche, die dazu dient, den Hund zu motivieren und zu lenken.
- Hetzleine: Eine lange Leine, die dem Hundeführer Kontrolle über den Hund gibt.
- Halsband und Geschirr: Spezielle Halsbänder und Geschirre, die für den Schutzdienst geeignet sind.
Eine hochwertige Schutzdienstausrüstung ist essentiell für ein sicheres und effektives Training.
Ethische Aspekte des Schutzdienstes
Der Schutzdienst ist nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass er Aggressionen fördert und Hunde gefährlich macht. Es ist wichtig zu betonen, dass der Schutzdienst bei verantwortungsvoller Ausübung keine Aggressionen fördert, sondern die Kontrolle der natürlichen Instinkte des Hundes. Ein gut ausgebildeter Schutzhund ist kein aggressiver Hund. Er handelt nur auf Kommando und ist in der Lage, seine Triebe zu kontrollieren.
Dennoch ist es wichtig, sich der ethischen Verantwortung bewusst zu sein und den Schutzdienst nur unter fachkundiger Anleitung und mit einem geeigneten Hund auszuüben.
Schutzdienst vs. Schutzhund im Polizeidienst
Es ist wichtig, den Schutzdienst im Hundesport von der Arbeit von Schutzhunden im Polizeidienst zu unterscheiden. Polizeihunde werden für den Einsatz in realen Gefahrensituationen ausgebildet und müssen in der Lage sein, Täter zu stellen und zu verteidigen. Der Schutzdienst im Hundesport dient primär der sportlichen Betätigung und der Förderung der Zusammenarbeit zwischen Hund und Hundeführer.
Fazit
Der Schutzdienst ist ein anspruchsvoller und vielseitiger Bereich des Hundesports, der sowohl den Hund als auch den Hundeführer fordert. Bei verantwortungsvoller Ausübung kann er eine sinnvolle Beschäftigung für geeignete Hunde sein und die Bindung zwischen Mensch und Tier stärken. Es ist jedoch wichtig, sich der ethischen Verantwortung bewusst zu sein und den Schutzdienst nur unter fachkundiger Anleitung und mit einem geeigneten Hund auszuüben. Wer Interesse hat, sollte sich eine seriöse Hundeschule suchen, die Schutzdienstausbildung anbietet.